Alex Papana und Bü133 Jungmeister YR-PAX
 

Alexandru „Alex“ Papana wurde 1905 in Rumänien geboren. Heute vor allem bekannt wegen seiner Leistungen im Sport-Kunstflug, praktizierte Alex Papana jedoch auch Fechten, Tennis, Rennschlitten und Motorsport – der Kunstflug krönte die Liste der Sportarten in denen er erfolgreich war. Er war der Nationale Meister im Rennschlittenfahren in 1928 und 1931; Weltmeister mit dem Rennschlitten in 1933, und im Jahr 1936 stellte er einen Auto-Geschwindigkeitsrekord für die Strecke Bukarest – Brashov auf. Er nahm 1932 an der Winterolympiade in Lake Placid teil und 1936 and der Winterolympiade in Oberschreiberhau im Riesengebirge. Nach 1936 konzentrierte er seine Aufmerksamkeit auf Luftfahrtwettkämpfe.

Alex Papana erwarb seinen Pilotenschein im Jahr 1928; bereits 1931 stellte er Höhenrekorde mit dem Flugzeug auf. Während der Kunstflugwettbewerbe bei der Sommerolympiade 1936 war Alex Papana der einzige Vertreter des Rumänischen Teams. Er stand im Wettbewerb gegen 20 andere weltklasse Piloten – Papana war der jüngste Teilnehmer und flog ein ebenso junges Flugzeug, eine Bücker Jungmeister mit dem Kennzeichen YR-PAX. Der Kunstflugwettbewerb, der als Weltmeisterschaft angesehen wurde, konnte von Graf Hagenburg für sich entschieden werden. Alex Papana erreichte den 12. Platz und die Empfehlung an dem Kunstflugwettbewerb in Los Angeles 1936 teilzunehmen.

Im August 1936 transportierte das ebenfalls legendäre Luftschiff Hindenburg, Alex Papana und seinen Bücker Jungmeister YR-PAX über den Atlantik, auf der Route Frankfurt am Main nach New York. Nach der Ankunft in Amerika was Papana unmittelbar erfolgreich und machte einen ersten Platz auf dem Flug von New York nach Los Angeles. Im Kunstflugwettbewerb in Los Angeles 1936, Teil der National Air Races, erzielte Papana in der generellen Klassifizierung einen ersten Platz – der damalige Weltmeister, Graf Hagenburg, belegte den zweiten Platz. Papana gewann des weiteren das Flugrennen Miami – Havanna im Dezember 1936.

An den Cleveland Air Races von 1937 nahmen sowohl Alex Papana, als auch Graf Hagenburg in Bücker Jungmeister Flugzeugen teil – Papana in YR-PAX und Graf Hagenburg in D-EEHO. Die beiden Piloten stellten ihre Flugkünste zur Schau und lieferten sich einen Wettbewerb. Papana machte einen tiefen Überflug in Rückenfluglage vor den Tribünen. Graf Hagenburg wollte sich nicht übertreffen lassen und wiederholte diese Manöver ganz dicht über dem Boden. Als er jedoch Tiefenruder gab um zu steigen, berührte sein Seitenleitwerk den Boden und bremste ihn soweit ab, dass er abstürzte. Zum Glück wurde Graf Hagenburg nicht ernsthaft verletzt. Papana bot ihm seinen Jungmeister, YR-PAX, an, und Graf Hagenburg war wenige Minuten später wieder in der Luft um seine Vorführung in Papanas Jungmeister zu beenden und den Wettbewerb zu gewinnen.

Der Bücker Jungmeister von Alex Papana, YR-PAX, ist einer von nur zwei Bü133B Flugzeugen – die Version in der späteren Serienfertigung war die Bü133C, welche sich in Details an der Motorhaube und dem hinteren Rumpfrücken unterschied. Alex Papana war der erste Besitzer dieses Flugzeuges und besaß es in den Jahren 1936 bis 1940. Im Januar 1940 wurde YR-PAX schwer beschädigt, zerhackt durch den Propeller einer Boeing P-12 am Flughafen von Chicago. Glücklicherweise konnte Alex Papana das Flugzeug rechtzeitig genug verlassen, um kein Opfer dieses Vorfalls zu werden.

Das beschädigte Flugzeug wurde von Col. Mike Murphy gekauft, der es bereits 1938 bei den Amerikanischen Kunstflugmeisterschaften in Miami zum Sieg geflogen hatte. Ausgestattet mit einem neuen Warner Sternmotor, einem Metallpropeller um den Holzpropeller zu ersetzen, plus einem verstärkten Rumpf und Fahrwerk, flog Col. Mike Murphy es zu einem weiteren Sieg im Jahr 1940. Er flog die Maschine bei allen wesentlichen Treffen und Wettbewerben in den USA bis zu seinem Ruhestand.

Die ehem. YR-PAX wurde 1946 an einen weiteren Amerikanischen Piloten verkauft, Beverly „Bevo“ Howard. In einer neuen rot-weißen Farbgebung und mit dem US Kennzeichen N15696 wurde das Flugzeug der Star vieler Vorführungen, insbesondere durch tiefe Vorbeiflüge in Rückenfluglage. Bevo Howard gewann die Kunstflugmeisterschaften 1946 und 1947 mit dieser Bücker Jungmeister und er flog sie in allen wesentlichen Treffen seit dieser Zeit, inkl. Treffen in Frankreich und Deutschland im Jahr 1950. Am 17. Oktober 1971, bei einer Flugvorführung in Greenville, North Carolina, verunglückte Bevo Howard tödlich.

Der Jungmeister stand kurz vor der Verschrottung, wurde aber von Bevo Howards Familie und Firma wiederaufgebaut und dem National Air and Space Museum (Smithsonian) im Juni 1973 als Spende übergeben. Das Flugzeug befindet sich heute in dem neuen Steven F. Udvar-Hazy Center in Washington am Flughafen Dulles, welches ein Teil des National Air and Space Museum ist. Es ist dort in der Farbgebung von Bevo Howard zu sehen, aufgehängt in der Rückenfluglage die Bevo Howard berühmt gemacht hat.