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Modellflug-Wochenende in Polen
vom 21. bis 25. Juni 2001
Janusz Karasiewicz, der Bückerproduzent aus Jasienica
ist Mitglied des Flugsportclubs am Berg "Zar" in der Nähe
von Bielsko Biela. Dieser Verein lud uns bereits letztes Jahr zu
einem gemeinsamen Modellflugwochenende ein. Nun war es endlich soweit.
Verstärkt durch einige Mitglieder des MFC "Hans Grade"
Potsdam machte sich der harte Kern unserer Truppe auf den Weg in
die Beskieden. Der Reisebus war vollgestopft mit Rümpfen und
Tragflächen. Der riesige Rumpf von Knuts Sopwith Pup sah hinten
im Gang aus wie "bruchgelandet".
Vor Ort waren wir überwältigt von diesem traumhaften Fluggelände
am Hang des "Zar". Schnell wurden die Zimmer im vereinseigenen
Hotel bezogen, welches seine besten Zeiten hinter sich hat. Die
Herzlichkeit, mit der wir hier aufgenommen wurden, ließ dies
aber sofort als absolut unwichtig erscheinen.
Die Modelle wurden in Hangar der Schleppflugzeuge untergestellt.
Ein irrer Anblick, wie sie unter den "riesigen" Jak 12
parkten. Der Hangar wurde nachts durch polnische Vereinsmitglieder
bewacht, so dass ein Auf- und Abbau zwischendurch nicht nötig
war.
Am Nachmittag des ersten Tages fuhren wir gleich in die Bücker-Produktion.
Janusz erwartete uns schon und ließ uns in gewohnter Weise
in alle Ecken "kriechen" und beantwortete geduldig jede
Frage. Noch ein Tipp für alle Zweifler. Die Produktion läuft
auf Hochtouren!
Im Anschluss ermöglicht uns Janusz einen Blick in die Fertigung
des Weltrekord-Motorseglers Stemme S10. Diese erfolgt auf dem gleichen
Gelände neben den Bücker-Flugzeugen. In riesigen Formen
erfolgt das einharzen der Rümpfe, Tragflächen usw. Ein
großartiges Erlebnis für uns alle. Aber Karasiewicz setzte
noch einen drauf. Es öffneten sich die "Heiligen Pforten"
bei Edward Marganski.
Dieser Mann hat sich bereits ein Denkmal mit den beiden derzeit
weltbesten Segelkunstflugzeugen gesetzt. Der Doppelsitzer "FOX"
und der Einsitzer "SWIFT" stammen aus seinem Hause und
werden weltweit geflogen. Nun hat er einen Fun-Jet aufgelegt. Die"Iskra
2"soll in diesem Sommer zum Jungfernflug starten.
1700 kg leicht durch konsequente Kohlefasertechnologie, wird der
Jet nach Typeneinweisung von jedem erfahrenen Privatpilot geflogen
werden können. Und das mit einer Geschwindigkeit von max.1100
km/h !!! Heiliger Sobczak - da kommt was auf uns zu!
Unsere Firmenreise endete in der Bücker-Endmontage, welche
sich z.zt. noch in einem Hangar der PZL-Werke in Bielsko-Biela befindet.
Hier standen 4 nagelneue BÜ 131 "Jungmann" kurz vor
der Vollendung. Horst Bernsdorf aus Rangsdorf verblüffte hier
alle Anwesenden mit einem gekonnten "Einsprung" in das
Cockpit eines "Jungmann". Der 80-jährige hatte die
Schrittfolge in seiner Jugend offensichtlich hunderte mal trainiert.
Er flog Jungmann, Jungmeister und Bestmann, bevor er seine Laufbahn
als Jagdflieger begann. Dass dieser Tag (wie alle anderen auch)
in der gemütlichen Fliegerbar des Hotels endete, soll hier
nicht weiter erläutert werden.
Samstag und Sonntag wurde geflogen, sobald das Wetter es zuließ.
Hier merkten unsere polnischen Kameraden schnell, dass sie es mit
gnadenlosen Modellfliegern zu tun hatten, welch die Motoren anschmeißen,
sobald der letzte Regentropfen sich auf den Weg zur Erde gemacht
hat. Fliegerisch ist der Flugplatz in Hanglage für "Flachlandtiroler"
eine Herausforderung. Landung gegen den Wind den Hang hinunter unmöglich.
Erfreulicherweise war kein Bruch zu beklagen. Im Gegenteil - hatte
man sich erst einmal eingewöhnt, wollte man mit dem "Hangfetzen"
nicht mehr aufhören.
Viel zu schnell verging dieses wunderbare Wochenende. Wir haben
alte Freundschaften gepflegt und neue geschlossen. Und im kommenden
Sommer werden wir uns wohl wieder auf den Weg zum Fliegerberg "Zar"
machen.
Ralf Gaida, Juni 2001 ...zu
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