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vor zwei Jahren als ganz kleine Veranstaltung in Polen begann (siehe
unsere Berichte aus den Jahren 2001 und 2002) entwickelt sich zu
einem Höhepunkt im Vereinsleben unserer Sparte Modellbau und
unserer Freunde aus dem FMC "Hans Grade" Potsdam. Modellflugtreffen
am Zar, ein Treffen von Modellfliegern aus Polen, der Slovakai und
Deutschland. Um es vorweg zu nehmen, eine Veranstaltung die man
mitgemacht haben muss.
In
diesem Jahr war der Termin bewußt auf das erste Ferienwochenende
gelegt worden und so konnten viele Modellflieger mit Ihren Frauen
und Kindern vom 3. – 6. Juli in die Beskieden fahren. Der
Transport der Modelle stellt uns mittlerweile vor logistische Probleme
die aber professionell gelöst wurden. Ralf Gaida verstaute
seine Flugzeuge erstmals in einem speziell angefertigten Transporthänger
für Modellflugzeuge und Tino Titze belud einen großen
Kleintransporter mit den Modellen unserer Vereinskameraden aus Potsdam.
Um Unannehmlichkeiten bei der Grenzpassage zu verhindern, wurde
der Inhalt dieser Fahrzeuge vorab beim deutschen Zoll abgefertigt.
Dies kostete etwas Zeit, natürlich auch Gebühren, versetzte
den Zollbeamten in Begeisterung
und uns in die Gewißheit die Grenze nach Polen "sauber",
nach den Buchstaben der Gesetze, zu überschreiten.
Am Donnerstagabend war dann endlich die Gruppe vollzählig,
36 köpfig, in der Flugschule am Zar eingetroffen. Natürlich
wurden wir von Bogdan, dem Leiter der Flugschule, und vielen anderen
Modell- und Segelfliegern herzlich willkommen geheißen. Der
gemütliche Teil des Tages wurde mit Beginn der zügigen
Verkostung des in Zywiec gebrauten Bieres eingeläutet und endete
erst sehr spät in
der Nacht, oder besser am frühen Morgen des Freitag.
Dieser
erfreute uns mit schönstem Wetter und so wurde nach dem Frühstück
mit dem Aufbau der Modelle begonnen. Alle Flugzeuge hatten den Transport
über 600 Kilometer gut überstanden und waren einsatzfähig.
Nur das große Modell eines Bombenflug-zeuges von Franz Debertshäuser
durfte mangels Höhenruder nicht durch den polnischen Luftraum
fliegen. Diese lagen sicher zu Hause und machten die Maschine 3
Tage lang zum "Stehzeug". Nichts für ungut Franz,
Du bist nicht der Erste dem das passiert ist.
Ralf Gaida und Knut Hentzschel haben nach dem Verlust ihrer alten,
geliebten "Schleppsau" ein neues Schleppmodell gebaut.
Dieses wurde (wie immer) wenige Stunden vor der Abreise fertig und
sollte nun, getreu dem Motto, bewährte Rituale soll man beibehalten,
zum ersten Mal am Zar Luft unter die Tragflächen bekommen.
Die Fernsteuerung musste erst einmal programmiert werden. Denn dazu
hatte die Zeit in der heimischen Werkstatt nicht
mehr gereicht. Zu einer ordentlichen Farbgebung auch nicht. Deshalb
wurde dieses Modell ganz in weiß gezeigt. Sie haben sich für
einen Bausatz aus dem Hause Bruckmann entschieden und einen Swisstrainer
mit 3 Metern Spannweite, motorisiert mit einem 3W75i, gebaut.
Nach der Programmierung der Anlage konnte mit Zufriedenheit ein
erfolgreiches Zusammenspiel aller Komponenten festgestellt werden.
Nach einigen Versuchen sprang auch der Motor an und dem Erstflug
stand eigentlich nur noch dieses mulmige Gefühl im Magen, der
sich gerade jetzt unterhalb der Kniegelenke zu befinden schien,
entgegen. Aus den geplanten, langanhaltenden Rollversuchen wurde
dann doch nichts Langanhaltendes und der Flieger wurde mit sattem
Motorengeräusch seinem Element übergeben. Er flog, und
wie! Seit diesem Flug sind jetzt 4-5 Liter Benzin durch den Vergaser
gelaufen und es wurde nichts am Modell verändert.
Kein Schwerpunkt, keine Ruderausschläge, kein Motorsturz, die
Maschine fliegt perfekt. Das Urteil der Erbauer: Bausatz kaufen,
Modell bauen, fliegen und Spaß haben. An diesem Tag wurde
die Maschine nur solo geflogen um den Motor die notwendige Zeit
zum Einlaufen zu geben. Alle anderen Teilnehmer aus Deutschland
flogen auf diesem so herrlich gelegenen Flugplatz noch Ihre Modelle
vor, die Einen sofort am Vormittag, die Anderen nach dem Nachlassen
der Nebenwirkungen der vorhergehenden Nacht.
Der
Freitag wurde wieder auf der Terrasse der Fliegerschule beendet.
Es entwickelte sich ein schöner, informativer, geselliger Abend.
Weitere Modellsportler waren inzwischen angereist. In Deutsch, Polnisch
und Englisch wurde versucht sich zu unterhalten, was immer wieder
erstaunlich gut gelang. Für schwierige Fälle wurde unser
Carol Dominas von Tisch zu Tisch vermittelt. Der polnischen Sprache
mächtig konnte er so manchen in die Sackgasse
geratenem Gespräch wieder auf die Hauptstrasse verhelfen. Unser
Freund Pavel, polnischer Segelflugmeister in der offenen Clubklasse,
fand in Peter Gaida, selbst begeisterter Segelflieger, seinen Gesprächspartner
für diesen Abend. Schnell wurde ein gemeinsamer Segelflug für
die nächsten Tage vereinbart und den ganzen Abend gefachsimpelt.
Nach alter polnischer Tradition, nämlich sehr, sehr langsam
aber kontinuierlich wurde noch oft die Luft aus den Biergläsern
gelassen und diese Nacht endete erst in den Morgenstunden des nächsten
Tages.
Und dieser lockte uns mit Sonnenschein aus den Betten. Unsere Frauen
und Kinder nutzten diesen schönen Samstag für einen Ausflug
nach Krakow. Voller Begeisterung kamen sie am späten Nachmittag
zurück und berichteten von dieser wunderschönen, sehenswerten
Stadt. Auch den Kindern hatte es in Krakow gefallen und begeistert
präsentierten sie ihre Einkaufsbeute. Vielen Dank an Thomas
Ogiermann. Er "opferte" sich an diesem Tag für unsere
Frauen und brachte sie zusätzlich mit seinem Auto nach Krakow
und zurück. (Es soll ihm aber ganz gut gefallen haben, so als
Hahn im Korbe, sagt man.)
Als
die dagebliebenen Piloten nach dem Frühstück am Flugplatz
ankamen, konnten wir viele bekannte Gesichter begrüßen.
Die Modellsportler aus der Region waren inzwischen angereist. Nach
einem kurzen Briefing der Aktiven wurde mit dem Flugbetrieb begonnen.
Alle waren hoch motiviert und wollten Ihre Modelle in der Luft zeigen.
Sehr erfreut waren wir über die Teilnehmerzahl an diesem Modellflugtreffen.
Standen wir noch vor zwei Jahren in der Überzahl auf dem Flugfeld,
so sind wir mittlerweile in der Minderheit. Und das ist gut so.
Von mehreren Teilnehmern wurde uns berichtet, dass diese Veranstaltung
den Modellflug in der Region zu einer Weiterentwicklung verholfen
habe. Wir mögen auch zukünftig an diesem sich entwickelnden
Treffen teilnehmen, unsere Modelle zeigen und unser Wissen vermitteln.
Hierzu muss aber angemerkt werden, dass die polnischen Modellsportler
excelente Modellbauer sind und ihre Modelle durch Qualität
und Detailtreue beeindrucken. Ihre Flugzeuge sind von den Abmessungen
her etwas kleiner als unsere Großmodelle aber keinesfalls
in der Bauausführung und in den Flugleistungen unterlegen.
Ein von Roman Bialoskorki als Auftragswerk gebauter Bocian wurde
z.B. aus
dem Nichts
in Scaleausführung gefertigt. Da
passt alles, von den Rumpfklappen bis zur Positionsbeleuchtung ist
alles vorhanden. Im Tausch gegen einen ZG 62 wechselte dieser Bocian
seinen Besitzer und wird bald als Modell von Ralf Gaida auf unserer
Homepage zu sehen sein. Großer Wissensdurst besteht bei unseren
polnischen Modellsportlern nach Informationen zur verwendeten Technik
und Motoren in unseren Großmodellen. Diesen versuchten wir
zu stillen. Gern wurden alle Fragen beantwortet, Ratschläge
und Tips erteilt und bestimmt auch der eine oder andere Grundstein
für ein neues Modellprojekt gelegt.
Vor den zahlreich erschienenen Zuschauern wurde ein buntes Programm
von
Modellen in der Luft und am Boden gezeigt. Gelungene Vorführungen
belohnte das Publikum mit Applaus. Sehr schnell wurde von einer
Modellfluggruppe aus Krakow nach einer Schleppmaschine verlangt
und das Fly Baby von Ralf Gaida kam zum Einsatz. Mit Begeisterung
ließen die Krakower Ihre Segelflieger an den Himmel der Beskieden
schleppen. Wurde im letzten Jahr mit einem Akkuschrauber noch schnell
einigen Modellen eine provisorische Schleppseilbefestigungsmöglichkeit
verpasst, so hatten jetzt alle Segler eine ordentliche Schleppkupplung.
Besondere Aufmerksamkeit genoss Tino Titze mit dem Flugprogramm
seiner SU. Wenn Tino seinen 80 cm³ ZDZ Motor anwarf, dann war
der Luftraum frei von balsaholzhaltigen Fluggeräten. Er zeigte
ein Kunstflugprogramm der Extraklasse und begeisterte die Zuschauer.
Sofort nach dem Start, in unmittelbarer
Bodennähe, legte er seine Su mit einer halben Rolle auf den
Rücken und ein Raunen ging durch das Publikum. Dies wurde durch
viele AAH's und OOH's im Laufe der Darbietung gesteigert und durch
Kopfschütteln bekräftigt. Wie Tino den Luftraum über
dem Flugplatz mit seiner SU durchbohrt ist wirklich toll und spiegelt
sein jahrelanges Training und sein Können mit dieser Art von
Flugmodellen wieder. Viele Steuerabfolgen von irren Flugfiguren
sind dem Schreiber dieser Zeilen überhaupt nicht bekannt. Einige
Figuren in Bodennähe hätte er aus purem Modellerhaltungstrieb
abgebrochen. 
Aber Tino ist jederzeit Herr über sein Modell und er bestimmt
wo es langgeht. Mit heftigem Beifall wurden seine Vorführungen
vom Publikum und den Modellpiloten belohnt. Diese Darbietung lies
auch die anwesenden Piloten der am Platz stationierten Flugzeuge
unser Hobby aus einem andern Blickwinkel sehen und auch sie zollten
Tino Titze ihre Anerkennung. Als Frank Zimmermann, der Tino immer
zur Sicherheit zur Seite steht, die SU vom Platz schob, sah man
beiden die Anspannung der letzten Minuten an. Frank hatte noch immer
feuchte Hände vom zuschauen und auch Tinos Hosenbeine hingen
noch nicht ruhig und gerade nach unten. Wenn Tino fliegt gehen die
Vögel zu Fuß.
Erfreulicherweise hielten sich wohl alle Teilnehmer an die verabredete
Funkdisziplin. Durch die Kanaldoppelbelegungen kam es aber auch
zu einigen Wartezeiten bis man wieder fliegen konnte. Aber das ist
nun mal so. Umso mehr Teilnehmer, so interessanter ist die Veranstaltung
aber auch so geringer die Flugzeit für jeden Einzelnen. Insgesamt
war es eine sichere Veranstaltung die ohne nennenswerte Beschädigung
von Modellen ablief. Der ein oder andere "krumme" Start
oder "aufregende" Landungen wurden von den Teilnehmern
selbst erkannt und zukünftig vermieden. Da hatte man aus den
letzten Jahren gelernt.
Dieser
wirklich aktive Tag wurde durch einen Schauer unterbrochen und Teilnehmer
und Besucher drängten sich in den knüppeldick gefüllten
Hangar. Diesen Moment nutzten unsere Vereine um unser Gastgeschenk
zu überreichen. Geprägt von den Bildern der F-Schlepps
des letzten Jahres hatten wir uns überlegt einen Antrieb für
ein Schleppmodell mit in die Beskieden zu bringen. Der Gruppe der
Modellsportler aus Krakow, die so herrliche Segelflugmodelle zwischen
3 und 4 Meter
Spannweite bauen und dann, mangels Schleppmaschine, den weiten Weg
in die Berge fahren um da am Hang zu Segel, überreichten wir
einen ZG38. Darüber waren sie so überrascht, dass ihnen
wirklich die Worte fehlten. Große Augen sahen sich gegenseitig
an und man wusste nicht was man sagen sollte. Nach einer halben
Minute rannte ein Krakower zum Auto und brachte die Abendration
an Alkohol als Gegengeschenk. Aber kurz darauf sprudelte die polnische
Sprache wieder und uns wurde erklärt, dass dieser Motor in
einem Schleppmodell Verwendung findet, welches im Krakower Verein
seine Heimat finden wird. Sofort hatten sie auch Vorstellungen vom
Modelltyp. Ein Nachbau eines polnischen Originals wird es natürlich
sein. Im nächsten Jahr soll die Maschine fertig sein. Und dann
lassen wir uns mal schleppen.
An
der Stelle ein Dankeschön an unsere mitgereisten Modellbauer.
Nur durch die gemeinsame Sammlung unter Euch konnte dieser Betrag
für den Motor aufgebracht werden. Auf jeden Fall wurde große
Freude ausgelöst und der Modellsport wieder einem Schritt nach
voran gebracht.
Am Ablauf des Abends wurde, verglichen mit den vorhergehenden Abenden,
nichts verändert. Was sich bewährt hat soll man bekanntlich
beibehalten. Und daran wurde sich auch streng gehalten.
Der
Sonntagvormittag war dann doch noch total verregnet. Viel ging leider
nicht mehr. Zu dem einen oder andern Flug hat es gerade noch so
gereicht. Hauptsächlich stand man im Hangar zum Fachsimpeln
herum. Nach dem Mittagessen riss aber der Himmel zeitweise auf und
man konnte etwas fliegen bevor dann wieder Schauer niedergingen.
Gegen 15 Uhr war es jedoch möglich mit der JAK-12 Rundflüge
durchzuführen. Diese Möglichkeit wurde von vielen Mitreisenden
genutzt.
Und dann hat es sogar noch für den jeden Abend erneut vorbereiteten
Segelflugschlepp für Pawel und Peter Gaida gereicht. Der Puchacz
wurde an einen Berg geschleppt wo er lange im Hangaufwind flog.
Zu diesem Zeitpunkt musste der Author dieses Berichts dann leider
diesen schönen Flugplatz verlassen und die Heimreise antreten.
Die Pflicht der montäglichen Arbeitsaufnahme rief. Viele unserer
Vereinsmitglieder verbrachten aber eine weitere Nacht (Ablauf siehe
oben) am Zar bis sie am Montag nach Deutschland zurückfuhren.
Als Geschenk erhielten alle Teilnehmer einen Kugelschreiber und
eine wunderschöne Kaffeetasse, welche uns nun täglich
beim Frühstück an diese Veranstaltung zurückdenken
lässt.
Rückblickend haben wir wieder ein herrliches Modellflugwochenende
in den Beskieden erlebt, neue Eindrücke gewonnen, alte Bekannte
getroffen, neue Bekanntschaften geschlossen, Erfahrungen ausgetauscht
und viel Spaß gehabt. Wir freuen uns schon heute auf das kommende
Jahr. Da gibt es wieder ein internationales Modellflugtreffen am
Zar, das
4. bereits, und da sind wir dabei. Garantiert !!
od smigla
www.glidezar.com
Knut Hentzschel
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