|
Pressemitteilung
01. September 2002
Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf
e.V. hat in den vergangenen Jahren nach zahlreichen Tages- und längerfristigen
Sonderausstellungen in Museen der Region zwischen Berlin-Tempelhof
und Jüterbog im Frühjahr 2001 das Bücker-Luftfahrt-Museum
eröffnen können. Damit besteht die Möglichkeit, sich
nunmehr in einer Dauerausstellung über die Anlage und Entwicklung
des 1936 offiziell eröffneten Rangsdorfer Sportflughafens einschließlich
der Geschichte des Bücker-Flugzeugwerke zu informieren. Der
Erinnerung an die Produktion der Bücker-Schul- und Sportflugzeuge
diente auch die Landung von zwei Bücker Bü 131 "Jungmann"
aus polnischer Produktion am Ostersonntag 2000. Erstmalig nach 55
Jahren konnten diese so berühmten und immer noch beliebten
zweisitzigen Doppeldecker wieder auf dem jetzt unter Denkmalschutz
stehenden Rangsdorfer Flugfeld landen, begeistert begrüßt
von vielen hundert Zuschauern.
Zum "Tag des offenen Denkmals" im September 2001 verhinderte
das nasskalte Wetter zwar die Landung mehrerer Bücker-Flugzeuge.
Aber eine Bü 131 "Jungmann" schaffte es doch nach
einem anstrengenden Flug über rund 500 km, wiederum von vielen
Zuschauern in Empfang genommen, wenn auch nur von einem Teil der
insgesamt über 1000 Besucher des Bücker-Geländes
an diesem Tag.
Am Wochenende des 07./08. September 2002 sollte es im Zusammenhang
mit dem diesjährigen "Tag des offenen Denkmals" erneut
eine Öffnung des Bücker-Geländes und eine Landung
von ausschließlich Bücker-Flugzeugen geben. Die Öffnung
des Bücker-Geländes wurde vom UWB Rangsdorf beantragt
und durch die Gemeindevertreter von Rangsdorf Ende Juli mit großer
Mehrheit beschlossen. Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf
e.V. stellte, genau wie im Jahr 2001, bei den dafür zuständigen
Behörden die Anträge für Außenlandungen an
diesem Wochenende. Es entsprach dem Wunsch von Bücker-Piloten,
am Samstag in Rangsdorf zu landen, den Abend gemeinsam zu verbringen
und am Sonntag wieder zum Heimflug zu starten. Das wäre für
die Besucher, deren Zahl bei besserem Wetter als im Vorjahr noch
größer geworden wäre, eine Attraktion gewesen. Viele
Vorbereitungen waren getroffen.
Das Amt Rangsdorf sollte aus ordnungamtlicher Sicht der Außenlandung,
wie bereits mehrfach in den letzten Jahren erfolgt, zustimmen. Stattdessen
wollte das Amt die Entscheidung einer Landesbehörde selbst
übernehmen und verfasste eine Abstimmungsvorlage für den
Hauptausschuss. Auf dieser Sitzung wurde deutlich, dass der Rangsdorfer
Bürgermeister und einer seiner Stellvertreter mit allen Mitteln
dieses Luftfahrtereignis verhindern wollte. Die Brandenburgische
Boden Gesellschaft (BBG) als Vertreterin des Eigentümers Land
Brandenburg hatte Zustimmung signalisiert. Es fehlte nur die Unterschrift
der Gemeinde Rangsdorf zum Vertrag. Dieser hatte nach Aussage der
BBG selbigen Wortlaut wie im letzten Jahr, nur ABM-Kräfte konnten
nicht bereitgestellt werden. Da sich der Rangsdorfer Bürgermeister
und der Amtsdirektor, auch zur Verwunderung der BBG, aber nicht
im Stande sehen einen Vertrag, wie sie ihn schon einmal vor einem
Jahr geschlossen haben, zu unterschreiben, wird es somit keine Öffnung
des Bücker-Geländes und keine Landung von Bücker-Flugzeugen
geben.
Wieder einmal wurde in Rangsdorf demonstriert wie Beschlüsse
des Parlaments von Einzelnen untergraben werden und damit dem Ort
der Willen einiger weniger Entscheidungsträger aufgezwungen
wird. Rangsdorf hätte am kommenden Wochenende mit einer historischen
Veranstaltung wieder viele Besucher anlocken können, welche
nun leider der Willkür Rangsdorfer Oberhäupter zum Opfer
fällt.
Der Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V. muss bedauerlicherweise
feststellen, dass es mit dem Parlament in seiner derzeitigen sich
ständig ändernden Konstellationen, unter Führung
von demokratischen Grundregeln verletzenden Entscheidungsträgern,
keinen Sinn macht über das Thema Bücker-Gelände zu
debattieren. Denn wo Fraktionsinteresse der Parteilosen über
Gemeinwohl steht und nicht einmal Spielraum für Entscheidungen
wie zum "Tag des offenen Denkmals" zulässt, sind
uns Energie und finanzielle Mittel unserer Mitglieder zu schade
für das Machtgerangel in der Hobbypolitik.
Einige fähige Abgeordnete werden wir im nächsten Parlament
wieder sehen, den Bürgermeister nicht, und den in Sachen Bücker
gegen alles stimmenden, so gern namentlich genannt wollenden Herrn
Nätsch hoffentlich auch nicht. Wenn die Bürger im nächsten
Jahr das neue Parlament gewählt haben, dann wollen wir wieder
mit Rangsdorf den "Tag des offenen Denkmals" organisieren.
Unter neuer parlamentarischer Regie findet das Amt auch wieder zu
einer ordentlichen Arbeitweise zurück und beantwortet Anfragen
umgehend. Denn bis heute hat es die Abteilung Ordnung nicht für
nötig gehalten unsere Anfrage zur Zustimmung für die Außenlandung
zu beantworten. Alle anderen Träger öffentlicher Belange
haben zugestimmt.
Knut Hentzschel, 1. Vorsitzender
Förderverein Bücker-Museum Rangsdorf e.V.
zurück
|