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Märkische Allgemeine Zeitung vom 22. Oktober 2007
Schwamm, Griffel sind Geschichte Ausstellung
zur Schulentwicklung
RANGSDORF „Auf so einer
Bank habe ich auch noch Schreiben gelernt.“ Albert Saß
ist begeistert und zwängt sich 66 Jahre nach seiner Einschulung
hinter den kleinen Tisch. Der Schule war er treu geblieben. Der
Lehrer für Geographie und Geschichte unterrichtete unter anderem
elf Jahre an der Rangsdorfer Oberschule, arbeitete später im
Ministerium für Volksbildung der DDR an Lehrplänen und
Lehrbuchempfehlungen. Natürlich wollte er bei der Ausstellungseröffnung
seines alten Kollegen nicht fehlen.
Zehn Tafeln mit Bildern und Informationstexten zur Rangsdorfer
Schulgeschichte stellt Siegfried Wietstruk bis Jahresende unter
dem Titel „Rangsdorfer Schulen früher und heute –
ein Rückblick auf über 200 Jahre“ im Bücker-Museum
aus. Man erhält Einblick in die lokale Schulgeschichte –
von der preußischen Einklassenschule über den Nachkriegsunterricht
bis zur polytechnischen Oberschule der DDR. Die Schulsituation der
Gegenwart wird nur am Rand erwähnt. Dem Historiker Wietstruk,
der sich schon lange mit der Ortsgeschichte Rangsdorfs beschäftigt,
fiel das Zusammentragen der Zeitzeugnisse nicht schwer. Noch zu
DDR-Zeiten habe er mit der Sammlung begonnen, ein Besuch bei Gudrun
Haase im Schulmuseum Zossen habe ihm darüber hinaus neue Anregungen
gegeben. So etwa die Idee, die Schau mit einer Mappe dauerhaft auch
im Schulmuseum zu präsentieren.
„Wenn es Ihnen gefallen hat, dann kommen Sie wieder und bringen
noch Freunde und Bekannte mit“, regt Siegfried Wietstruk in
seiner Eröffnungsrede an. Zwei Fans hat er schon. Sie sitzen
in der ausgestellten Schulbank: Albert Saß und Sechstklässlerin
Svea Hentzschel. „Es ist komisch, hier zu sitzen“, findet
Svea, die Schulhefte gewohnt ist, aber keine Schreibtafel mit Schwamm
und Griffel. Auch Albert Saß scheint froh zu sein, als er
sich wieder aus der Bank herauszwängen kann. „Heute reflektiere
ich alles, was mit Schule zu tun hat, nur noch aus dem Blickwinkel
meiner Enkel“, sagt er, „da freut man sich, wenn sie
sagen, da sitzt ja der Opa, der weiß ja noch ein bisschen
was.“
Das Bücker-Museum ist mittwochs, samstags und sonntags ab
13 Uhr geöffnet.
STEFANIE SENGER
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