| Märkische Allgemeine Zeitung
vom 22. Januar 2005
Vorerst keine Bücker-Straße
in Rangsdorf
RANGSDORF Eine Carl-Clemens-Bücker-Straße wird es vorerst
in Rangsdorf nicht geben. Nachdem die Rüstungsproduktion und
der Einsatz von Zwangsarbeitern in den Rangsdorfer Bücker-Werken
eine entscheidende Rolle während der Debatte um eine solche
Namensgebung für die Realschule spielten, sind die Gemeindevertreter
verunsichert. Auf Antrag von Jan-Mühlmann-Skupien (FDP) vertagte
der Gemeinderat am Donnerstag die Entscheidung, bis mehr Informationen
über den Flugzeugbauer vorliegen.
Der promovierte Rangsdorfer Historiker Siegfried Wietstruk hatte
als Beauftragter der Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten
deutscher Luftfahrtgeschichte beantragt, den von 1935 bis 1945 in
Rangsdorf tätigen Unternehmer und Flugzeugkonstrukteur durch
Benennung einer Straße zu ehren.
Vorgesehen dafür ist eine künftige Straße auf dem
Gelände der ehemaligen Bücker Flugzeugbau GmbH, das mittel-
bis langfristig entwickelt werden soll. Bürgermeister Klaus
Rocher (FDP) sieht einen entscheidenden Unterschied zwischen einem
Schulnamen und einem Straßennamen. Beim Schulnamen gehe es
um ein Vorbild für die Schüler, „jetzt aber geht
es um eine Straßenbenennung an historischer Stelle. Das Werk
gehört zur Geschichte von Rangsdorf. Der Name Bücker ist
aus Rangsdorf nicht wegzudenken. Würden wir die politischen
Gesinnungen aller Persönlichkeiten untersuchen, nach denen
in Rangsdorf Straßen benannt wurden, müssten wahrscheinlich
mehrere Straßennamen verschwinden“. Ähnlich äußerten
sich Heide Wolffgramm (UWB) und Gerhard Schertler (DPR). Für
Matthias Pilz (SPD) steht bei einer Straßenbenennung nicht
die Gesinnung Bückers im Vordergrund, sondern seine Ingenieurleistung.
Letztlich setzte sich die Meinung von Jan Hildebrandt durch, der
forderte: „Wir müssen mehr über Bücker wissen.
Wie stehen wir da, wenn rauskommt, da war was?“ gs
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