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Märkische Allgemeine Zeitung, 21. November
2000
Chancen für Bücker-Oldtimer
Abgelehnter Flächennutzungsplan zwingt Rangsdorf
zum Umdenken
Rangsdorf Im Rangsdorfer Gemeinderat setzt
ein Umdenken zugunsten einer möglichen Bücker-Flugzeugproduktion
auf dem Ex-Militärgelände ein. Das Planungsamt hatte im September
den Flächennutzungsplan für Rangsdorf-Südwest abgelehnt, da mit
den dort vorgesehenen 400 Eigenheimen die Einwohnerzahl über die
Vorgabe des Regionalplans stiege. Die CDU sprach sich nun in einer
Fraktionssitzung dafür aus, weniger Wohnungen in Südwest zu bauen
und statt dessen die Ansiedlung von Firmen zu forcieren.
CDU-Fraktionsvorsitzende Sylvia Muschinsky: "Wir wollen einfach,
dass es vorangeht. Da der Wohnungsbau offenbar nicht im geplanten
Umfang machbar ist, brauchen wir Alternativen, damit das Gebiet
sinnvoll genutzt wird, die Bücker-Hallen nicht verfallen und wir
vielleicht in ein paar Jahren auf einem Schrottberg sitzen bleiben.
Firmen bringen Gewerbesteuereinnahmen und schaffen Arbeitsplätze.
Die CDU könnte mit einem Werkflugplatz leben."
Die Fraktion des Unabhängigen Wählerbundes plädiert schon lange
für umweltverträgliche Industrie auf dem ehemaligen Bücker-Gelände.
Fraktionsvorsitzende Heide Wolffgramm: "So viele Wohnungen, wie
in Südwest gebaut werden sollen, sind ja unsinnig. Rangsdorf braucht
auch Gewerbe, und die Rückkehr der Bücker-Flugzeugproduktion wäre
zweifellos eine Attraktion für Rangsdorf."
Die Gemeinde will demnächst die Planungsbehörden und den Flächeneigentümer,
die Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG), einladen, um nach
dem Scheitern des Flächennutzungsplanes das weitere Vorgehen zu
beraten. Unterdessen versucht die Interessengemeinschaft Historisches
Bücker-Flugfeld Berlin-Rangsdorf GmbH & Co KG (i.G.), den Kaufantrag
für die etwa 18 Hektar große Fläche des einstigen Bücker-Werkes
vorzubereiten. "Die BBG enthält uns aber alle notwendigen Daten
vor, wie exakte Geländegröße, Altlasten, Sanierungsbedarf, Bodenpreis.
So können wir natürlich auch kein schlüssiges Finanzkonzept erarbeiten",
ärgert sich Knuth Hentzschel - als Vorsitzender des Fördervereins
Bücker-Museum auch Mitglied dieser Interessengemeinschaft. Sie will
mit einer Finanzierungsgesellschaft die denkmalgeschützten Bücker-Bauten
sanieren und vermarkten.
Die Zeit drängt. Laut Knuth Hentzschel wird sich der polnische Flugzeugproduzent
Historical Aircraft wegen Platznot am Jahresende für einen neuen
Standort entscheiden - vorzugsweise Rangsdorf oder aber anderswo.
Der Geschäftsführer der Rangsdorfer Firma Fahrzeugrestaurierung
Rosenow, Peter Spillner, will sich aus dem gleichen Grund noch in
diesem Jahr ein neues Domizil suchen. Er stellte einen Kaufantrag
für eine Bücker-Halle, erhielt aber von der BBG eine Preisforderung,
"da konnte ich auch ins voll erschlossene Gewerbegebiet Dahlewitz
gehen - ohne eine denkmalgeschützte Halle herrichten zu müssen.
Verlangt die BBG weiterhin so viel, bleibt sie auf dem Gelände sitzen,
bis die Hallen einfallen."
Der Zustand der Hallendächer ist ein weiteres Argument für schnelles
Handeln. "Werden sie nicht repariert, ist bald nichts mehr zu retten",
befürchtet Siegfried Wietstruk vom Förderverein Bücker-Museum und
sieht die Eigentümerin BBG in der Pflicht.
Ein Anreiz zur Belebung des Gewerbegebietes ist die Möglichkeit,
für dessen Erschließung EU-Fördermittel zu erhalten.
Sollte sich die Gemeinde als Träger der Planungshoheit zur Ansiedlung
von Historical Aircraft entscheiden, muss sie ihren alten Beschluss
aufheben, keinen Flugplatz in Rangsdorf zuzulassen. Knuth Hentzschel
stellt klar: "Es geht um keinen Sportflugplatz, sondern um eine
Rasenpiste für jene Flugzeuge, die hier gebaut werden sollen - also
eins bis zwei monatlich." Foto
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