| Märkische Allgemeine Zeitung
vom 17. Februar 2005
BOTSCHAFTEN AUS EX-MILITÄRORTEN EU-PROJEKT
SOLL RANGSDORF UND KUMMERSDORF INTERNATIONAL PUBLIK MACHEN
GUDRUN SCHNECK
RANGSDORF Die Europäische
Union hat in dieser Woche 42267 Euro Fördermittel für
ein Projekt im Altkreis Zossen bewilligt. Akteure werden der Förderverein
Bücker-Museum Rangsdorf, die Bürgervereinigung Kummersdorf-Gut
und eventuell auch der Verein Freunde der Bücherstadt Wünsdorf
sein. Sie alle wirken an einstigen Militärstandorten und tragen
zur Aufarbeitung der Geschichte bei. Das Projekt „Friedensbotschaften
aus Militärobjekten“ soll ihre Arbeit international publik
machen.
So will das Europa-Zentrum Brandenburg-Berlin eine
internationale Fachtagung von mittel- und osteuropäischen Konversionsgemeinden
organisieren. Entstehen soll eine mehrsprachige Wanderausstellung
über die drei ehemaligen Militärgebiete. Auch die örtlichen
Ausstellungen der Vereine werden mehrsprachig gestaltet. Geplant
ist eine Internet-Seite, die eine virtuelle Reise durch die Konversionsstandorte
ermöglicht. Individual- und Pauschalreisenden soll die Besichtigung
der Ex-Militärobjekte angeboten werden.
Harry Golm, Leiter des Europa-Zentrums Brandenburg-Berlin,
erläutert das Projekt-Ziel: „Wir wollen vor allem den
neuen EU-Mitgliedern zeigen, dass von den einstigen Produktionsstätten
des Krieges keine Gefahr mehr ausgeht. Die konkrete Aufarbeitung
der militärischen Vergangenheit unterstreicht die auf Kooperation
und Verständigung ausgerichtete europäischen Außen-
und Sicherheitspolitik.“
Klaus Lewandowski vom Bücker-Verein Rangsdorf
sieht auf den Verein jetzt Mehrarbeit zukommen, aber er findet:
„Wenn unsere Ausstellung dank der Fördermittel aus Brüssel
besser ausgestaltet werden kann und mehr Besucher hierher kommen,
dann ist schon viel erreicht.“ Im Rangsdorfer Teil der Wanderausstellung
soll neben dem Bücker-Flugzeugwerk auch der Flug von Oberst
von Stauffenberg zum Hitler-Attentat eine wichtige Rolle spielen.
Die Gemeinde Rangsdorf hat einen an das Projekt gebundenen Zuschuss
von 1500 Euro für den Bücker-Verein beschlossen. Zwar
fänden es die Gemeindevertreter noch besser, wenn die EU den
Erhalt des technischen Denkmals Bücker-Werke finanziell unterstützen
würde. Doch man hofft auch, dass das Projekt mehr Gäste
nach Rangsdorf lockt und sich Investoren für das bisher weitgehend
ungenutzte Militärareal interessieren.
Ralf Kaim, Vorsitzender der Bürgervereinigung
Kummersdorf-Gut, ist auch angetan von dem Projekt: „Ich denke,
dass Kummersdorf mit seinen Raketenprüfständen als Wiege
der Weltraumfahrt noch bekannter wird.“
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