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Märkische Allgemeine Zeitung vom 11. Januar 2005
Der unbekannte Mensch GUDRUN SCHNECK MOMENT
MAL
Die Realschule Rangsdorf hat mit ihrem Antrag, den Namen Bücker-Schule
tragen zu dürfen, eine neue, interessante Debatte um die Ortsgeschichte
angestoßen. Kann man eine allgemeinbildende Schule nach einem
bekannten Flugzeugkonstrukteur und Inhaber der Bücker-Werke
benennen, wenn dort auch Kriegsgerät produziert wurde? Jeder,
der in der Zeit des Nationalsozialismus lebte und nicht zum Antifaschisten
wurde, musste Kompromisse eingehen. Carl Clemens Bücker konnte
sich wohl nicht gegen Kriegsaufträge sperren, ohne seine Firma
zu verlieren. Aber schmälert dies seine Verdienste als Konstrukteur,
dessen Flugzeuge den Namen Rangsdorf in die ganze Welt trugen? Veröffentlichungen
über Bücker geben umfangreich über die technischen
Details jedes seiner Schul- und Sportflugzeuge Auskunft. Über
den Menschen und seine Gesinnung erfährt man wenig. War er
Mitglied der NSDAP? Nahm er die Rüstungsaufträge als willkommene
Verdienstquelle oder widerwillig an? Wie wurden die Zwangsarbeiter
in Rangsdorf behandelt? Wie äußerte sich Bücker
nach dem Krieg über diese Zeit? Das zu wissen, wäre hilfreich
für den Entschluss, seine Person zum Vorbild für Heranwachsende
zu machen.
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