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Märkische Allgemeine Zeitung vom 11. Januar 2005
Für und Wider um Flugzeugbauer Realschule
will Bücker-Schule heißen
RANGSDORF Die Realschule Rangsdorf möchte
in Zukunft Bücker-Schule heißen. Daran entzündete
sich im jüngsten Bildungsausschuss eine kontroverse (und im
Ergebnis ablehnende) Diskussion. „Gibt es nicht genügend
Techniker und Wissenschaftler, die weniger umstritten sind?“,
fragte Hartmut Klucke (DPR). Laut Schulleiter Lutz Maasch favorisiert
die Schulkonferenz ganz bewusst den Flugzeugkonstrukteur, der in
Rangsdorf wirkte und den Ort mit seinen Bücker-Maschinen weltweit
bekannt machte.
Schüler beschäftigten und beschäftigen
sich in Jahresarbeiten mit der Bücker-Flugzeug GmbH. Die Lehrer
besuchten das Bücker-Museum und informierten sich bei Mitgliedern
des Vereins. Maasch sagte: „Bücker hat Verdienste um
Rangsdorf, aber er musste im Krieg auch Kriegsprodukte herstellen.
Wir wollen unseren Schülern keine heile Welt vorgaukeln.“
Jan Hildebrandt (SPD) lobte diese „differenzierte geschichtliche
Aufarbeitung in der Schule“ – aber: „Eine Namensgebung
ist jedoch in erster Linie eine Auszeichnung. Bücker hat nicht
die notwendige weiße Weste, um Kindern ein Vorbild zu sein.“
Bürgermeister Klaus Rocher (FDP), hätte kein Problem damit,
eine Rangsdorfer Straße nach Bücker zu benennen, sieht
das bei einer allgemein bildenden Schule aber anders.
Sylvia Muschinsky (CDU) und Heide Wolffgramm (UWB)
sprachen sich für die Namensgebung aus. Heide Wolffgramm argumentierte:
„Die viel zitierte weiße Weste gibt es nicht. Bei jedem
Menschen wird man einen dunklen Fleck finden. Die Schule kann den
jungen Menschen klar machen, dass es selten schwarz und weiß
gibt, sondern viele Grautöne.“
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