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Märkische Allgemeine Zeitung vom 01. Februar
2002
Der Rangsdorfer Bücker-Verein hilft polnischen
Modellbauern / zwei Mitglieder sind soeben zurückgekehrt
Jugendförderung auf unkomplizierte Art
Rangsdorf Miedzybrodzie Zywieckie heißt
der schwer aussprechbare Name des Orts in den polnischen Beskiden,
zu dem zwei Mitglieder des Bücker-Vereins, Knut Hentzschel
und Adam Grutza, vor kurzem aufbrachen. Ziel der Reise war es, die
dortigen jungen Modellbauer mit Bauteilen, Servos, Akkus und anderen
Modellbaumaterialien zu überraschen, die in einer bundesweiten
Spendenaktion gesammelt worden waren (die MAZ berichtete). Schließlich
hatten die Rangsdorfer Modellbauer bei ihrer Reise im Juni vergangenen
Jahres sehen können, dass es hier trotz eines großen
Interesses am Modellbau an vielem fehlte.
Über Wroclaw, Opole, Katowice und Bielsko-Biala ging es zum
Berg Zar, der in ein wunderschönes winterliches Weiß
gehüllt war. Der tiefe Schnee hatte neun Jungen im Alter zwischen
neun und 15 Jahren nicht davon abhalten können, sich in der
Modellbauwerkstatt einzufinden. "Bereits beim Ausladen tuschelten
sie leise", berichtet Knut Hentzschel, der erste Vorsitzende
des Bücker-Vereins. "Da wurde schon intern aufgeteilt,
wer was bauen darf . . ." Immer mehr Modellbau-Utensilien luden
die beiden Bücker-Leute aus dem randvoll gefüllten Kofferraum
des Autos. Darunter auch drei Flugzeugmodelle in überarbeitbarem
Zustand und mehrere neue Bausätze vom Deutschen Modellfliegerverband
(DMFV), dessen Präsident Hans Schwägerl sich auf den Spendenaufruf
im Internet gemeldet hatte. Vier Kartons mit Baumaterialien, aber
auch T-Shirts und DMJV-Basecaps hatte er nach Rangsdorf geschickt.
"Die Jüngeren freuten sich über ein freifliegendes,
nicht funkgesteuertes Modell, die Älteren waren sofort bei
den High-Tech-Produkten", berichtet Knut Hentzschel. Mit dicken
Jacken unter den Blaumännern, notwendig bei einer nicht heizbaren
Werkstatt mit 15 Grad Celsius, stöberten die Jungen in den
Kartons. "Der Raum war gar nicht groß genug", meint
Knut Hentzschel, "überall standen gerade geleimte Tragflächen-
und Rumpfteile herum." Hier fertigen die Jugendlichen unter
Anleitung des Segelfliegers Stanislaw Korlakowski gemeinsam mit
den erwachsenen Modellbauern Modell-Segelflugzeuge vom Typ Jantar
im Maßstab 1:5, die an die nahe gelegene Fliegerschule verkauft
werden. Eines dieser Modelle haben die beiden Bücker-Mitglieder
übrigens als Dank für die vielen Spenden mit nach Rangsdorf
nehmen können, wo es einen Platz im Bücker-Museum finden
wird. Das Ergebnis der Sammelaktion hat alle Erwartungen der Bücker-Modellbauer
übertroffen, und Knut Hentzschel ist stolz auf diese Art der
Jugendförderung im Nachbarland. Über Material, das wirklich
übrig ist, Spenden und gebrauchte Modelle freuen sich die gastfreundlichen
polnischen Kollegen, mit denen weitere Treffen geplant sind, natürlich
sehr. "Aber dass wir dafür Geld ausgeben, das wollen sie
auf keinen Fall", resümiert Knut Hentzschel. Besuch aus
Polen kommt möglicherweise zur Internationalen Luftfahrtausstellung
2002. Hier sollen dann auch einige neue "alte" Bücker-Flugzeuge
vorgeführt werden, die jetzt bereit zur Auslieferung in den
Werkhallen der Bücker-Produktion in Jasienica stehen. Die BÜ
131 Jungmann und die BÜ 133 Jungmeister werden dann wieder
über Berlin und dem südlichen Umland kreisen.
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