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Anfang November verbrachte ich einige Tage, zusammen mit meiner
6-jährigen Tochter Svea, bei meinem guten Freund Reinhard Rötzer.
Reinhard wird den Bücker-Insidern bekannt sein als der Inhaber
der Firma "Bücker" Flugzeugbau.
Er vermarktet die in Polen bei Janusz Karasiewicz neu gebauten Bücker
131 Jungmann und wollte ursprünglich dieses Flugzeug wieder
in Rangsdorf produzieren lassen. Diese Geschichte ist ja bekannt.
Natürlich geht es an solchen Tagen immer um das Thema Fliegen
und Bücker. So blieb es auch am Samstag, dem 3. November nicht
aus, dass wir auf den Flugplatz fuhren um den Erdboden verlassen
zu wollen. Wohin wussten wir nicht so recht. Einige Freunde wurden
angerufen, aber die waren ebenfalls mit dem Flugzeug unterwegs.
Reinhard meinte, dann fliegen wir mal in die Berge. Also Bücker
aus dem Hangar geholt, vollgetankt, den Kragen hochgestellt und
die Jacke bis zum oberen Anschlag verschlossen, es war schon recht
kalt (Bild 01).
Unmittelbar nach dem Start in Karlsfeld-Gröbenried (der Platz
wird auch als Werksflugplatz der Firma Scheibe genutzt und liegt
in der Nähe von Dachau) bot sich uns ein wunderbares Bild.
Eine nur wenige Meter dicke Dunstschicht lag über der Landschaft.
Darüber war die Sicht so fantastisch, dass man bei genauer
Betrachtung "sich von hinten sehen konnte". Die Alpen
waren glasklar in ihrer ganzen Herrlichkeit unter Bayerns blauen
Himmel zu sehen (Bild 02).
Geradewegs flogen wir auf die Berge zu, um über dem Tegernsee
in das Gebirge einzufliegen. Ein grandioser Anblick (Bild 03).
Südlich des Tegernsees nach Westen abdrehend stiegen wir stetig
der Höhenmarke von 3000 Meter entgegen (Bild 04).
Nach dem Überflug von Garmisch-Partenkirchen (Bild 05)
nahmen wir Kurs auf Deutschlands höchste Erhebung - der Zugspitze
(Bild 06).
Der Himmel machte Bayern alle Ehre und zeigte sich im schönsten
Blau über den schneebedeckten Gipfeln der Alpen.
Während des ganzen Fluges waren wir so von der Landschaft
und dem Wetter beeindruckt, dass wir nur sehr wenig miteinander
sprachen. Wir saugten die visuellen Eindrücke regelrecht in
uns auf. Es ist ein tolles Gefühl mit der offenen Bücker
durch die Berge zu fliegen und zu wissen, so ist man schon vor 70
Jahren hier herumgeflogen (Bild 07).
Irgendwie hatte ich das Bedürfnis jetzt einen weißen
Schaal tragen zu müssen.
Oberhalb der Zugspitze (Bild 08)
nahmen wir noch einen Blick auf die Skifahrer bevor wir Richtung
Westen weiterflogen (Bild 09).
Deutlich war die Kondenswolke eines Kraftwerkes an der Donau zu
erkennen, dessen Namen ich leider vergessen habe. Laut GPS, so Reinhard,
lag es über 120 km entfernt, und man konnte noch weiter schauen
(Bild 10).
Nach mittlerweile über einer Stunde Flugzeit drehten wir Richtung
Norden ein und flogen aus den Alpen, vorbei am Schloss Neuschwanstein
aus (Bild 11).
Leider ging es nun wieder zurück Richtung Dachau. Dabei begegneten
wir noch einigen Heißluftballonen, deren Passagiere uns zuwinkten.
Mit heftigem Wackeln der Tragflächen erwiderten wir die Grüße.
In Karlsfeld-Gröbenried angekommen waren wir wieder kommunikationsfähig
und unsere Eindrücke sprudelten nur so aus uns heraus. Das
Erlebte der letzten 1 ½ Stunden war überwältigend
gewesen (Bild 12).
Selbst Reinhard meinte, selten so einen schönen Flug durch
die Alpen gemacht zu haben. Die Mitglieder des ansässigen Fliegerklubs
ließen sich sofort die digital aufgenommenen Bilder zeigen
und beneideten uns um dieses Erlebnis.
Die Kamera hatte ich mir übrigens von meinem Kumpel Ralf geborgt
und damit alle die hier zu sehenden Bilder aufgenommen. Es handelt
sich um ein Modell der Firma Olympus,
Camedia C-100 mit 1,3 Megapixel. Ich bin begeistert von den Bildern.
Diese Kamera habe ich im Internet schon für unter 230,- €
entdeckt.
Soweit dieser kleine Erlebnisbericht. Danke, Reinhard, für
diesen unvergesslichen Flug. Das können wir jederzeit wiederholen.
Ob er aber das Wetter wieder so hinbekommt wage ich zu bezweifeln.
Knut Hentzschel |