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95 Jahre
und immer noch ein tolles Gedächtnis
2. Bücker-Treffen führte ehemalige Mitarbeiter
zusammen
Siegfried Wietstruk
Rangsdorf. Der Himmel hatte gerade seine Schleusen
geöffnet, als sich am vergangenen Sonnabend ehemalige Mitarbeiter
des Bücker-Flugzeugwerkes am Rangsdorfer See zu ihrem zweiten
Treffen einfanden, herzlich begrüßt von Knut Hentzschel,
dem 1. Vorsitzenden des Fördervereins Bücker-Museum Rangsdorf
e.V. Zwei Jahre waren seit der ersten Veranstaltung dieser Art vergangen.
Neue Exponate gab es im Luftfahrt-Museum zu betrachten, verbunden
mit dem Austausch von Erinnerungen an ihre Zeit im Werk, ob als
Lehrling, im Konstruktionsbüro, an der Werkbank oder als Chefpilot.
Sie kamen aus Rangsdorf und Groß Machnow, aus Dabendorf und
Zossen, aus Wünsdorf, Neuhof und Dahme (Mark), nicht wenige
aus Berlin. Zu jenen mit der weitesten Reise gehörten Hermann
Hanke aus Gütersloh, Gerhard Winter aus Eningen unter Achalm
und der frühere Bücker-Chefpilot Arthur Benitz aus Budenheim.
Erneut wurden zur Bereicherung der Sammlung des Museums Fotos und
Dokumente gespendet.
Die Mittagspause wurde im Hotel "Berliner Ring" absolviert.
Videoaufnahmen, darunter von der Landung der für das Technikmuseum
Berlin bestimmten Bücker Bü 131 "Jungmann" in
Tempelhof, füllten ebenso die Zeit vor und nach dem Mittagessen
wie das Studium des Inhalts einer Geschenkmappe und eine Vorstellung
aller Teilnehmer des Treffens. Knut Hentzschel berichtete dann von
einem kürzlichen Flug zu einem Bücker-Treffen in England
und davon, dass ein englischer Pilot jene Bü 133 "Jungmeister"
erworben hat, mit der der heute 95 Jahre alte Arthur Benitz 1937/38
in Südamerika die Qualität der Bücker-Schul- und
Sportflugzeuge demonstrierte. Das wiederum veranlasste den einstigen
Chefpiloten, ausführlich von jenem Einsatz und dem Überfliegen
der 5000 m hohen Anden im "Jungmeister" mit offenem Cockpit
zu berichten und damit sein nach wie vor tolles Langzeitgedächtnis
unter Beweis zu stellen.
Die Sonne strahlte schon wieder, als sich die Teilnehmer dann zur
Seeschule in Rangsdorf begaben und, gewissermaßen im Vorgriff
auf den "Tag des offenen Denkmals" am nächsten Tag,
zunächst das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Aero-Club-Haus
besuchten. Sie waren begeistert davon, in welcher Schönheit
dieses geschichtsträchtige Haus kurz vor Abschluss der Restaurierung
bereits wieder erstrahlt. Am 1. Oktober wird dann die offizielle
Eröffnung als Bestandteil des Privatgymnasiums, unter anderem
mit Unterrichtsräumen und Mensa, sein. Nach einem Gruppenfoto
konnten sich die Teilnehmer des Treffens dann bei Kaffee und Kuchen,
liebevoll vorbereitet von dem erst kürzlich gegründeten
Förderverein der Seeschule, stärken, um abschließend
zum Bücker-Gelände zu wandern und die einstige Arbeitsstelle
zu besuchen. Trotz des betrüblichen Zustandes der Bauten des
einst modernsten deutschen Flugzeugwerkes wurde diese Besichtigung
als ein schöner Abschluss des umfangreichen Programms empfunden.
Mit einem herzlichen Dank für die gelungene Veranstaltung,
wozu auch ein kostenloser Transport durch das Reisebusunternehmen
Schulz-Reisen beitrug, verabschiedeten sich die Bücker-Veteranen
und ihre Angehörigen von den Mitgliedern des Fördervereins
Bücker-Museum, zugleich mit der Bitte um Fortsetzung dieser
Treffen. <<<
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